Wir bilden aus!

Das Interview zum Jubiläum mit den Gründern Gerhard Saller und Luis Bastos.

1. Bevor Sie gemeinsam die Firma gegründet haben, kannten Sie sich bereits. Wie haben Sie sich eigentlich kennengelernt?

L. Bastos: Eine sehr intime Frage (lacht). Da waren wir noch jung und umtriebig.
G. Saller: Wir haben uns in einem kleinen Club in Puchheim kennengelernt. Das dürfte im Jahr 1979 gewesen sein. Ich war damals DJ und Luis war Gast. Er wollte immer irgendein besonderes Lied hören, was ich dann aufgelegt habe. Und schon waren wir Freunde, so einfach ging das. Kurz darauf wollte Luis mit ein paar Freunden in den Urlaub mit dem Zug nach Nizza fahren und sie haben mich gefragt ob ich mitkommen möchte. Ich hab gesagt „ja, warum nicht“ und seitdem kennen wir uns.

2. Können Sie uns erzählen, wie der Name „Die kräftigen Männer“ entstand?

G. Saller: Ja, das kann ich! Der ist mir eingefallen und das ganz spontan.
L. Bastos: Das war die beste Idee die du jemals hattest (lacht).
G. Saller: Es war ganz einfach so: Damals hab ich in einer Elektronikfirma in Olching gearbeitet, war da auch sehr erfolgreich und hab einen wirklich guten Job gehabt. Aber kurz nach meiner Beförderung habe ich festgestellt, dass ich den Job nicht weiterhin machen kann, weil es mir eigentlich nicht gut ging dabei. Deswegen habe ich von Heute auf Morgen gekündigt. Ich bin nach Hause gefahren und hab dann beschlossen, dass ich mir einen alten Lastwagen kaufe und den Leuten die Sachen durch die Gegend spazieren fahre. Ich hab den Amper-Kurier angerufen und gesagt, sie sollen ein Inserat setzen mit „Kräftiger Mann mit LKW fährt Ihren Umzug“. Mit der Zeit haben mich die Leute angesprochen, ob ich nicht „der kräftige Mann“ wäre. Dabei hab ich gemerkt, dass die Leute sich den Namen merken und dass er werbewirksam ist. Im Prinzip ein spontaner Einfall. Keine Planung, keine Werbeagentur, einfach eine Idee, die im Moment geboren wurde.

3. Wie reagieren denn Ihre Kunden darauf, wenn sie den Namen hören? Sicherlich haben Sie schon den einen oder anderen Spruch gehört, wenn Sie mit Ihrer Arbeit beginnen?

G. Saller: Unsere Kunden reagieren durchweg positiv, weil natürlich der Name eine Verbindung zu unserem Job herstellt. Was braucht man bei einem Umzug? Kräftige Männer. Ich kann mich erinnern, als Luis und ich noch selber Umzüge gefahren sind, haben Kunden uns, sobald sie unseren LKW gesehen haben, ihre Muskeln gezeigt bzw. mit ihren Muskeln gestikuliert. Wir fanden das immer lustig.
L. Bastos: Unser Name ist einfach Programm und definitiv auch Teil unseres Erfolges. Es gibt viele Müller, Huber und Maier, aber eben nur ein Mal „Die kräftigen Männer“.

4. 30 Jahre sind eine lange Zeit. Was hat sich verändert? Finden Umzüge noch genauso statt wie vor 30 Jahren?

L. Bastos: Es hat sich natürlich viel verändert in der Branche und vor allem haben wir uns weiterentwickelt. Unsere Firma ist wahnsinnig gewachsen, was unseren Leistungsumfang, die Qualität und die Mitarbeiteranzahl betrifft. Früher hatten Umzugsfirmen und Möbelpacker einfach ein anderes Image. Nicht umsonst gab es den Spruch „3x umgezogen ist wie 1x abgebrannt“. Das gibt es heute nicht mehr. Ein Umzug ist heute wesentlich komplexer als früher. Die Menschen legen viel mehr Wert auf die Dinge, die transportiert werden. Besonders wichtig sind ihnen Professionalität, Beratung im Vorfeld sowie die fachgerechte Durchführung des Umzugs. Der Kunde braucht das Gefühl, dass hier Fachleute am Werk sind, die wissen wo sie hinlangen müssen und sich der Wertigkeit der Möbel bewusst sind. Deswegen achten wir besonders darauf, dass bei uns nur Fachkräfte angestellt sind, die alle ihre Schulungen absolviert haben. Bei uns wird die Küche nicht von irgendeinem Monteur, sondern von einem Küchenschreiner, der sich darauf spezialisiert hat, montiert. Gerade weil der fachgerechte Aufbau für den Kunden wichtig ist. Der Möbelpacker als Lehrberuf existiert erst seit ca. 7-8 Jahren. Das gab’s früher auch noch nicht. Heute sind wir selbst ein Ausbildungsbetrieb für „Fachkräfte für Montage-, Transport-, und Küchenservice“.

5. Was war Ihre größte Hürde, die Sie gemeinsam bewältigen mussten?

L. Bastos: Ich denke unsere größte Hürde bzw. unser größter Verdienst ist eigentlich, dass wir gemeinsam 30 Jahre lang die Firma aufrecht erhalten haben. Natürlich gibt es wie in jeder Partnerschaft Höhen und Tiefen. Auch wir haben Meinungsverschiedenheiten. Aber wir haben durchgehalten, weil wir den anderen respektieren, akzeptieren und uns gegenseitig unterstützen. Es ist einfach wichtig auch in schwierigen Situationen zusammenzuhalten, weiterzumachen und nicht aufzugeben. Dabei darf man sich gegenseitig nichts vorhalten oder Schuld zuweisen - es ist ein Geben und Nehmen.
G. Saller: Wir haben die Arbeit des anderen nie aufgerechnet. Jeder gibt sein Bestes und wenn der Andere das merkt, dann reicht das. Nicht jeder kann immer die gleiche Leistung bringen, das ist einfach so. Die Kunst ist es, sich das nicht gegenseitig vorzuhalten. Denn am Ende gleicht es sich sowieso wieder aus.

6. Auf welchen Moment blicken Sie besonders gerne zurück?

G. Saller: Privat natürlich die Geburt unserer Söhne. Das sind die schönsten Momente im Leben.
L. Bastos: Warum zurückblicken, ich blicke lieber voraus (lacht). Nein, wir freuen uns beide. Wir haben mit 21 Jahren das Geschäft angefangen und damals hatten wir nichts. Jetzt haben wir uns richtig etwas aufgebaut, gemeinsam mit unseren Angestellten, Geschäftspartnern und unserer Familie. Wir haben uns alles ohne fremde Hilfe aufgebaut. Darauf sind wir stolz und sehr dankbar.

7. Was ist für Sie nach 30 Jahren Erfahrung noch immer ein tägliche Herausforderung?

L. Bastos: Als Herausforderung sehen wir, dass unsere rund 30 Angestellten alle zusammenpassen, zusammenhalten und sich täglich mit dem gleichen Engagement und Freude bei der Arbeit für die Firma einsetzen.
G. Saller: Wir möchten einfach unsere Philosophie und unsere persönliche Lebenseinstellung weitergeben. Sie sollen unsere Motivation spüren.

8. Was motiviert Sie jeden Tag auf’s Neue?

L. Bastos: Ich möchte für unsere Leute viel erreichen. Also, dass unsere Mitarbeiter zufrieden sind, dass es ihnen gut geht und sie gerne bei uns arbeiten. Dass sie fair behandelt und angemessen bezahlt werden. Das ist für mich ganz wichtig. Unser Leute machen einfach einen tollen Job und das muss man ihnen auch sagen, weil sie diese Anerkennung verdient haben. Aber das ist nicht immer leicht. Möbelpacker haben einfach kein gutes Image. Wir würden gerne erreichen, dass die Menschen merken, dass wir wichtig sind, dass die Arbeit wichtig ist, die wir leisten. Und das sollen auch unsere Mitarbeiter spüren.

9. Früher oder später werden Sie die Leitung Ihres Unternehmens Ihren Kindern überlassen. Wie fühlt es sich an, wenn die Kinder in die eigenen Fußstapfen treten?

G. Saller: Gut!
L. Bastos: Cool! Unsere Söhne respektieren und würdigen unsere Arbeit und alles was wir aufgebaut haben. Es ist ein gutes Gefühl wenn man weiß, dass die Firma in guten Händen weitergeführt wird.

10. Lässt sich Privat- und Berufsleben bei Ihrem Unternehmen überhaupt trennen?

G. Saller: Mehr oder weniger zu 100 Prozent. Wir haben beide ein getrenntes Privatleben. Nämlich er seins und ich meins (lacht). Und das war schon immer so. Klar trifft man sich mal, aber wir haben verschiedene Freundeskreise. Das kommt natürlich auch daher, dass ich mich aufgrund meiner Leidenschaft zur Musik, hauptsächlich in Musikerkreisen bewege.

11. Würden Sie heute rückblickend irgendetwas anders machen?

L. Bastos: Nein. Ich glaube, dass wir alles so wie wir es gemacht haben richtig gemacht haben. Und vor allem sind wir authentisch geblieben, so wie wir sind. Wir haben nach unseren Vorstellungen die Firma aufgebaut, nichts vorgespielt oder gezwungen vorangetrieben, sondern einfach langsam und stetig das Geschäft ausgebaut. So haben wir uns auch persönlich weiterentwickelt und gerade deswegen gibt es keinen Grund etwas anders zu machen.

12. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

G. Saller: Weltfrieden. Gesundheit. Ein langes Leben. Im Alter noch lange vital sein.
L. Bastos: Dass ein Mal nicht FC Bayern Meister wird.
G. Saller: Dass 60 in der zweiten Liga bleibt. Wir wünschen uns den Uli Höneß wieder zurück.
L. Bastos: Schwer zu beantworten. Es läuft alles.
G. Saller: Ich wünsch' mir mehr Zeit zum Reisen und zum Musik machen.
L. Bastos: Ich wünsch' mir Weltfrieden. Und mir ist wichtig, dass ich Spuren hinterlasse, an die man sich erinnert. Im besten Fall positiv.

Stand: August, 2015


München: 089 - 89 22 09 20 Augsburg: 0821 - 31 96 266 Fürstenfeldbruck: 08141 - 53 04 99 Jesenwang: 08146 - 92 810
Name:
E-Mail-Adresse:
Telefon:
Nachricht:
abschicken